Donaueschingen persoenlich

Teil 1

Ich bin in Donaueschingen aufgewachsen, aber das war in den 60er und 70er Jahren. Seit mehr als 20 Jahren bin ich nun weit, weit weg von Donaueschingen, in Suedostasien. Und die letzten 20 Jahre war ich ueberhaupt nur zweimal kurz in Donaueschingen. Ich werde dieser Tage (Juni 2003) 50, und die Domain Donaueschingen.net schenke ich mir zum runden Geburtstag.

Vor rund 25 Jahren war ich in Donaueschingen Lokalredakteur einer Tageszeitung, und danach fuer zwei Jahre als Redakteur bei einem oeffentlich-rechtlichen Hoerfunk- und Fernsehsender. Das hat zwar Prestige (und hat deshalb meinem Vater imponiert) und war sogar gut fuer den Geldbeutel (Porsche), war mir dann aber doch zu langweilig.

Bald darauf bin ich nach Suedostasien umgesiedelt. Das hat zwar nicht so einen guten Ruf, ist aber doch der Erdteil, wo man als europaeischer Mann am besten lebt. Darueber werde ich mich dann spaeter auslassen.

Warum nun schreibe ich diese Domain? In erster Linie geht es mir darum, Kontakt zu alten Freunden und Freundinnen aufzunehmen. Ich hab' kein Heimweh nach Donaueschingen, um Gottes Willen nicht. Aber der psychologishe Mechanismus, der Gefuehle von Heimweh erzeugt, huellt auch Erinnerungen an lang Zurueckliegendes und weit Entferntes in einen melancholischen Mantel. Ich erinnere mich also manchmal gerne zurueck an meine Jugend in Donaueschingen, obwohl ich natuerlich auch froh bin, dass das lang vorbei ist.

Ich muss hier eine Einfuegung ueber meinen Umgang mit der deutschen Sprache machen. Seit nunmehr 20 Jahren verwende ich deutsch nur relativ selten. Meine wichtigsten Umgangsspachen der letzten 20 Jahre waren Englisch und Indonesisch, und ausserdem noch etwas Thai und Tagalog. Ich habe ein paar Buecher geschrieben, und viele, viele Artikel, aber das meiste davon auf Englisch. Da war die letzten 10 Jahre ueberhaupt nichts auf deutsch dabei.

Liest sich mein Deutsch ein bisschen holzig? Die letzte deutsche Rechtschreibreform ging gaenzlich spurlos an mir vorbei. Ich kann mir schon vorstellen, wie sich dieser Text fuer zeitgemaesse deutsche Zeitgenossen liest: ein Stilgemisch aus englischer Gramatik, altvaeterlicher deutscher Syntax, und das alles mit Einsprengsel aus bodenstaemmischem Donaueschinger oder alemannischem Vokabular.

Aber ich schreibe dies hier ja nicht, um einen Literaturpreis zu ergattern, und auch nicht, um mich als Heimatdichter zu profilieren. Wie gesagt: in erster Linie dient diese Domain dazu, Kontakt mit alten Freunden und Freundinnen aufzunehmen. Schreibt' mir.

Meine eigene Identitaet werde ich in dieser Domain zwar nur verhuellt veroeffentlichen, damit das ganze auch ein bisschen ein Ratespiel wird. Aber meine Email-Adresse tue ich gerne kund: davidweit@yahoo.com

Ich heisse nicht David Weit, aber mein wirklicher Name klingt ein bisschen aehnlich. Alten Freunden und Freundinnen sei dies ein kleiner Hinweis. Zu identifizieren bin ich lediglich aus dem Textzusammenhang, und Leuten, die mich nie gekannt haben, bleibt meine Identitaet ein unloesbares Raetsel.

In den vergangenen Jahren habe ich alles, was ich geschrieben habe, stets nur immer unter verschiedenen Pseudonymen veroeffentlicht. Das habe ich mir angewoehnt, damit ich im wirklichen Leben nicht zu schnell ueber meine schriftstellerische Ehrlichkeit stolpere.

Auch im Umgang mit anderen Namen werde ich Diskretion walten lassen, hauptsaechlich dann, wenn sie im Zusammenhang mit persoenlichen oder sexuellen Ereignissen stehen. Aber diejenigen, die es betrifft, wissen dann schon, um wen es geht.

Ich kannte da zum Beispiel mal ein Maedel aus Immendingen. Im Gymnasium nannten wir die Quabel. Hat da noch jemand, der diese Seiten liest, eine Ahnung, was aus der geworden ist? Und dann war da noch ein Maedel aus Bad Duerheim: Annette Bur…. Das wuerde mich ja auch so interessieren, was die jetzt macht, und wieviele Kinder die hat. (Bei mir sind es uebrigens ziemlich viele geworden. In Suedost-Asien laesst sich das machen. In Deutschland waere mir das zu umstaendlich gewesen.)

Richtig, dies ist auch eine Klatschkolumne. Das ist menschlich viel relevanter als Gemeinderatsberichte, wie ich sie vor 25 Jahren geschrieben habe. Und wenn ich mich als Autor charakterisieren sollte, dann halte ich schriftstellerische Ehrlichkeit fuer meine beste Tugend.

Ich habe nun also vor, hier munter zu erzaehlen. Ueberhaupt wird in der heutigen vom Fernsehen dominierten Welt der Unterhaltungswert des Erzaehlens nicht mehr richtig gewuerdigt… zumindest nicht im sachlichen Europa. Aber in meiner suedostasiatischen privaten Umwelt ist das doch noch sehr ausgepraegt. Man sitzt beisamen und erzaehlt sich was. Das ist unterhaltsam, und da fliegen die Stunden vorbei.

Und ueber was erzaehlt man sich was? Na ja, wer mit wem, und ausserdem mit wem noch. Das ist ueberhaupt das Wichtigste. Und auf dieser Domain nimmt das auch seinen Raum ein. Zum Beispiel: mit wem ich mal, vor wie langer Zeit, und mit wem die jetzt (verheiratet ist, oder sonstwas).

Zum Sexuellen habe ich ein offenes Verhaeltnis. Das war schon in meiner Jugend so, als ich ein Donaueschinger Buergerschreck war. Anti-Establisment. Das war gut, damals, auch um Maedels aufzureissen (so nannten wir das; wie sagt man dem heute?). Aprospos Establishment. Da erinnere ich mich an einen Wahlspruch aus der damaligen Zeit: wer zweimal mit der selben pennt, gehoert schon zum Establishment. Na ja, ich bin trotzdem laengerfristige Beziehungen eingegangen. Etliche. Normalerweise mehrere gleichzeitig.

Darueber, und ueber vieles, vieles mehr in weiteren Teilen dieses Online-Buches ueber Donaueschingen.

Er zog den Colt, Fortsetzung folgt.